Cannabis Decarboxylierung: Alles Was Man Wissen Muss

Je mehr man über die Hunderte von verschiedenen Verbindungen im Cannabis lernt, desto komplexer wird die Cannabis Pflanze. Jedes der einzelnen Cannabinoide, wie THC und CBD, ist einzigartig. Sie lösen viele verschiedene Vorteile für die Gesundheit aus, wie z.B. bei der Behandlung von chronischen Schmerzen oder zur Reduzierung von epileptischen Anfällen.

Aber das Interessante an Marihuana ist, dass diese Wirkungen und medizinischen Vorteile nur durch einen Prozess möglich sind, der als Decarboxylierung bezeichnet wird. Decarboxylierung bedeutet, Cannabis für eine bestimmte Zeit auf eine bestimmte Temperatur zu erhitzen. Wärme verwandelt Cannabinoide im Laufe der Zeit in die Verbindungen, die wir kennen und lieben, wie THC und weitere Cannabinoide. Der Verzehr von rohem Cannabis hat auch einige Vorteile, wenn man beispielsweise nicht “high” werden möchte.

Für den Do-it-yourself Cannabis Koch ist das Decarboxylieren ein wichtiger Teil des Prozesses. Eine Handvoll frischer Blüten in den Salat wird niemandem einen Gefallen tun. Aber die Manipulation der Cannabinoide mit Hitze wird diesen Salat zu neuen Höhen führen.

Wir werden dich auf einen Kurs in die Cannabis Decarboxylierung mitnehmen. Wir definieren es, überprüfen die Vorteile und geben dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du es selbst tun kannst, indem man nur die Geräte in der Küche verwendet.



Was Ist Die Decarboxylierung?

In den meisten Apotheken ist die rohe Cannabis Blüte heute meist ungenau nach dem Cannabinoid Gehalt gekennzeichnet. Was meinen wir damit? Nun, zum Beispiel enthält Bedrocan ~22 Prozent THC und weniger als 1 Prozent CBD. Das Etikett spiegelt dieses THC:CBD-Verhältnis wider. Aber die Blüte enthält eigentlich keine dieser Cannabinoide. Diese Verbindungen sind erst nach der Decarboxylierung vorhanden.

In der Apotheke enthalten die Blüten in ihrer Rohform andere Cannabinoide mit einem anderen Strukturformat. Wenn man sich ihre molekulare Zusammensetzung ansieht, haben sie alle eine zusätzliche Carboxylgruppe – COOH. Anstelle von THC hat unbeheiztes Cannabis eine Verbindung namens THCA. Ein weiteres Beispiel ist CBD, da ist es CBDA, bevor man es erhitzt.

Laut Wikipedia ist Decarboxylat eine chemische Reaktion, die eine Carboxylgruppe entfernt und Kohlendioxid (CO2) freisetzt. Dies geschieht beim Rauchen, Vapen aber auch Kochen!

Hitze verwandelt bestimmte Cannabinoide in andere. Es verwandelt die im Allgemeinen inaktiven Verbindungen in aktive. Einige bekannte Beispiele für wärmeinduzierte Transformationen sind:

Jedes Cannabinoid hat unterschiedliche Anforderungen an die Decarboxylierung. Einige erfordern höhere Temperaturen für kürzere Zeiträume, während andere niedrigere Temperaturen für längere Zeiträume erfordern. Heute ist die Wissenschaft noch unvollkommen.

Decarboxylierung

Warum Sollte Man Cannabis Decarboxylieren?

Cannabinoide in rohem Cannabis beinhalten CBDA und THCA. Gibt es einen medizinischen Nutzen dieser Cannabinoide? Tetrahydrocannabinole-Säure (THCA) soll Übelkeit und Erbrechen, Entzündungen und Ausbreitung von Prostatakrebs reduzieren. Die andere rohe Cannabinoid-Cannabinoidsäure, CBDA, soll antioxidativ und entzündungshemmend wirken und helfen, die Vermehrung bestimmter Arten von Krebszellen zu verhindern. Diese Vorteile werden alle nur in Vorstudien getestet. Noch hat niemand diese an Menschen getestet.

Aber Was Ist Nach Dem Prozess Der Decarboxylierung?

Die Cannabinoide mit den meisten Studien sind THC und CBD. Aber es gibt natürlich über hundert andere weniger wichtige Verbindungen wie CBG, CBC und CBN.

Es gibt hier nicht genug Raum, um die Vorteile jedes einzelnen Cannabinoids im Cannabis zu überprüfen, aber wir werden versuchen, zusammenzufassen, warum die Cannabis Decarboxylierung für die menschliche Gesundheit wertvoll ist.

THC und CBD

Was Sind Die Medizinischen Eigenschaften Der Cannabis Decarboxylierung?

Wir können davon ausgehen, dass, weil die beliebteste Methode der Einnahme von Cannabis darin besteht, es zu rauchen (oder ein essbares Produkt zu essen, das gekocht wird), die meisten Menschen decarboxyliertes Cannabis zur Behandlung ihrer Krankheiten verwenden. In einer Literaturübersicht untersuchten die National Academies of Sciences 21 verschiedene Krankheiten und fanden Hinweise darauf, dass Cannabis mindestens 10 von ihnen helfen könnte. Dazu gehört alles, von chronischen Schmerzen über traumatische Erlebnissen bis hin zu Multipler Sklerose.

Möchtest du mehr Beweise über die Vorteile von decarboxyliertem Cannabis? Betrachten wir einfach mal die Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis:

  • Arthritis
  • Autismus
  • Krebs
  • Morbus Crohn
  • Glaukom
  • Hepatitis C
  • Entzündliche Darmerkrankungen (IBD)
  • Muskeldystrophie
  • Übelkeit
  • Parkinson-Krankheit
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Rheumatoide Arthritis
  • Tourette-Syndrom
  • … und viel mehr

Man kann argumentieren, dass viele dieser möglichen medizinischen Anwendungen ohne die transformative Wirkung der Decarboxylierung nicht möglich wären. Allerdings gibt es eine Bewegung von Menschen, die rohe Cannabis Blätter entsaften. Während niemand leugnen kann, dass rohes Cannabis einige Eigenschaften enthält, die während der Cannabis Decarboxylierung buchstäblich verbrennen, wird entsaftetes Cannabis die medizinischen Vorteile von Decarboxyliertem Cannabis in naher Zukunft nicht ersetzen.

Cannabis Anwendungen

Temperatur Und Zeit

Nun nehmen wir einen tieferen Einblick in die komplexe Beziehung zwischen Cannabis, Temperatur und Zeit. Denk daran, dass dies immer noch eine ziemlich unpräzise Wissenschaft ist. Es gibt eine oft zitierte Studie aus den frühen 90er Jahren. Ein Beispiel hierfür ist, dass es bei der Temperaturangabe häufig Abweichungen gibt.

Technisch gesehen, sobald man Cannabis erntet, beginnen die Blüten mit der Decarboxylierung. Ein richtig getrocknete Blüte wird ein gewisses Maß an THC enthalten. Jedoch ist der THCA Anteil deutlich höher. Das Selbe gilt auch für CBD.

Wie Funktioniert Die Decarboxylierung?

Auch hier gibt es einfach nicht genügend Informationen über jedes Cannabinoid und seine Reaktion auf Hitze im Laufe der Zeit, um einem eine komplexe Formel für die Cannabis Decarboxylierung zu geben. Hier haben wir eine Anleitung, bei der ihr nicht viel falsch machen könnt:

  • Schritt 1: Ofen auf 120 Grad vorheizen.
  • Schritt 2: Cannabis grob zerkleinern. Die Menge ist egal, Hauptsache sie passt in den Ofen.
  • Schritt 3: Das grob zerkleinerte Cannabis in eine Pyrex-Backform (hitzbeständige Glasbackform) legen. Blechpfannen funktionieren auch. Die höheren Seiten der Auflaufform erleichtern jedoch die Handhabung.
  • Schritt 4: Mit Alufolie abdecken.
  • Schritt 5: In den vorgeheizten Ofen stellen und ~60 Minuten backen. Wenn man vorher außergewöhnlich feuchtes Gras hatte, kann man die Backzeit verlängern.
  • Schritt 6: Aus dem Ofen Nehmen und das Cannabis ist potenter denn je!

Ist Diese Methode Perfekt?

Die kurze Antwort ist nein. Öfen sind keine wissenschaftliche Ausrüstung und nicht besonders genau. Einige Bereiche laufen heiß, andere kalt, es gibt auch verschiedene Temperaturbereiche im selben Ofen. Die gute Nachricht ist, dass man das Endprodukt nicht ruinieren wird, wenn man das Cannabis im Ofen nicht ganz vergisst oder die Temperatureinstellung wirklich durcheinander bringt. Wenn man wirklich besorgt ist über die endgültige Wirksamkeit und den medizinischen Inhalt, könnte man immer ein spezielles Cannabis Gerät kaufen, das als Decarboxylator bezeichnet wird.

Fazit

Es gibt noch wenig wissenschaftliche Untersuchungen zur Cannabis Decarboxylierung. Die robustesten Daten, die wir bisher haben, stammen von den Herstellern von Decarboxylatoren und anderen Cannabis-Enthusiasten, die ihre eigene Forschung zu Hause durchgeführt haben.

Solange Sie den grundlegenden Schritt-für-Schritt Prozess kennen, können Sie Ihr rohes Cannabis in die Cannabinoide verwandeln, die Sie kennen und lieben, vor allem THC und CBD. Während die Wissenschaft nicht präzise ist, sind die Ergebnisse immer noch glücklich potent.



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