Indica, Sativa, Ruderalis – Cannabisarten

Indica, Sativa, Ruderalis – was ist das? Nun ja, die Cannabis Pflanze hat eine unglaubliche Vielfalt. Sie wächst auf jedem Kontinent der Erde mit Ausnahme der Antarktis – und in den unterschiedlichen Regionen der Erde ist sie etwas anders, da sich die Pflanzen an spezifische lokale Umweltbedingungen angepasst haben. In unterschiedlichen Regionen haben sich verschiedene Arten entwickelt, die Cannabis Indica, Sativa und Ruderalis genannt wurden.

Cannabis ist ursprünglich in Asien beheimatet. Es ist nicht genau bekannt, woher es kommt, aber Forscher haben im Laufe der Jahre auf eine Region in Zentralasien hingewiesen. Die Teile von Kasachstan, Afghanistan, Pakistan, Indien und Nepal umfasst. Kein Wunder, dass die mitunter weltbeste Haschisch- und Gras-Ware aus diesen Gebieten kommen!

Indica Vs Sativa Vs Ruderalis: Was Ist Was?

In den südlichen Bereichen von Indien (und auch Thailand sowie große Teile von Südost-Asien), wo ein heißes und tropisches Klima herrscht, kommt die Art vor, welche als Cannabis sativa benannt worden ist.

Etwa eintausend Kilometer nördlich,  in Pakistan und Afghanistan, ist Cannabis Indica beheimatet. Und noch weiter nördlich davon, in den kalten Steppen des nördlichen Kasachstan, Russland und der Mongolei finden wir einen Typus, der Cannabis Ruderalis heißt.
Erkunden wir doch einmal genauer die Unterschiede dieser einzelnen Pflanzenarten der Gattung Cannabis. Zunächst einmal, wie sehen sie aus?

Cannabis Sativa Vs Indica: Das Kind Der Tropen

Cannabis Sativa ist die große, anmutige Schwester. Sie hat oft lange, weit ausladende Äste und schmale, schlanke Blätter, wächst oft bis zu einer Höhe von drei Metern oder sogar mehr. Ihre Blütenstände wachsen in Clustern entlang ihrer Zweige.

Weniger ertragreiche Sorten schließen normalerweise an der Spitze mit kleinen, zarten Knospen ab, die entlang der Zweige verteilt sind. Stark ertragreiche Sorten enden mit gigantischen Blütentrauben, die so lang und dick wie dein Arm sein können! Dieser Aufbau erlaubt es der Pflanze, ausreichen Luftstrom zwischen den Blättern und Blüten zu gewährleisten, wodurch sie den heißen, feuchten Temperaturen standhält und Schimmelpilzbildung vermeidet.

Cannabis Sativa Blatt

Cannabis Indica Vs Sativa: Die Robuste Bergkönigin

Im Vergleich zu Sativa ist Cannabis Indica die kurze, dicke Schwester – und nicht weniger attraktiv! Sie erreicht nur eine Höhe von etwa einem Meter, und hat eng-beieinanderliegende Zweige und dicke, breite Blätter. Ihre Blüten wachsen in engen, fetten Nugs und sie produziert eine riesige Menge an Harz – ideal für die Herstellung von Haschisch oder Cannabis Extrakten!

Ihre kompakte, dicht gepackte Struktur schützt sie vor den kalten, windigen Bedingungen in ihrer gebirgigen Heimat. Sie wächst saisonal aggressiv und beginnt zu blühen, sobald die Tage kurz genug sind, um anzuzeigen, dass der Winter naht.

Cannabis Indica Blatt

Cannabis Ruderalis: Der Wildling Des Kalten Nordens

Schließlich ist Cannabis Ruderalis die wilde, geheimnisvolle Schwester mit einzigartigen versteckten Geschenken. Sie ist viel kleiner und dünner als ihre beiden großen Schwestern, und ihre spärlichen Blüten produzieren nicht viel Harz. Aber ihre einzigartige Fähigkeit zur Selbstblühung macht sie für viele Züchter weltweit unentbehrlich. Diese Fähigkeit ist wiederum eine Anpassung an die lokalen Bedingungen – sie lebt in Regionen mit so kurzen Sommern, dass Pflanzen automatisch blühen müssen, um rechtzeitig fertig zu werden.

Nachdem wir nun das Aussehen dieser drei Arten von Cannabis etwas ausführlicher unter die Lupe genommen haben, sprechen wir über die Aromen, Geschmäcker und Wirkungen, die sie besitzen, und ihre Nützlichkeit für medizinische Nutzung und Freizeitnutzer.

Cannabis Ruderalis Blatt

 

Cannabinoide & Terpene: Potenz, Geschmack Und Aroma

In allen Cannabis-Sorten – Indica, Sativa, Ruderalis – gibt es bestimmte Inhaltsstoffe, die zu Aroma, Geschmack und Potenz der Pflanzenart beitragen. Wohl die wichtigsten dieser Verbindungen sind die Cannabinoide, einschließlich THC, CBD, CBG und so weiter. Ebenfalls extrem wichtig sind eine Reihe von Molekülen auf der Basis von Kohlenstoff und Wasserstoff – die Terpene, die das Aroma und den Geschmack bestimmen.

In der Tat bestimmen nicht nur das Aroma und den Geschmack von Cannabis, sondern verbinden sich auch mit Cannabinoiden, was psychoaktive sowie medizinische Wirkungen verstärkt.

Man kann dies folgendermaßen verstehen: Der THC-Prozentsatz bestimmt, wie stark die Sorte ist, während CBD zum THC entgegenwirkt. CBD reduziert den psychoaktiven Effekt von CBD. Aber die feinen Unterschiede, welche die eine Cannabis-Sorte beruhigend machen, und die andere erheiternd, haben mehr mit dem Terpen-Profil als mit den Cannabinoiden zu tun. Mal sehen, wie das geht …

Indica: Beruhigend, Reich An CBD Und Myrcen

Zunächst einmal sind Cannabis indica-Sorten dafür bekannt, dass sie eine beruhigende Wirkung entfalten. Sie sind für den medizinischen Einsatz bei chronischen Schmerzen, Schlaflosigkeit, Stress und Panikattacken, sowie anderen Krankheiten die richtige Wahl. Es wurde lange angenommen, dass diese Tatsache mit unterschiedlichen Konzentrationen von THC, CBD und anderen Cannabinoiden zusammenhängt – aber jetzt zeigen Studien, dass dies möglicherweise nicht alles ist.

Ganz allgemein ausgedrückt haben Cannabis-Indica-Sorten höhere CBD-Werte als Sativa-Stämme, die fast keine CBD enthalten. Dies könnte darauf hindeuten, dass CBD für die beruhigendere Wirkung von THC verantwortlich ist – aber die Forschung zeigt, dass dies nicht so simpel ist.

Zwei kommerzielle Stämme mit Aussehen und Wirkung vom “Indica” -Typ können tatsächlich überraschend unterschiedliche Verhältnisse von THC und CBD enthalten. Sie besitzen jedoch oft sehr ähnliche Terpenprofile. Insbesondere ist ein Terpen, das bei Tests von Indica-Stämmen immer wieder auftaucht, Myrcen. Weitere Tests haben gezeigt, dass Myrcen und THC zusammenwirken, um ein High zu produzieren, das entspannungsfördernder und „vertiefender“ ist als THC allein.

Sativa: Stimmungsaufhellend, Reich An THC, Limonenen & Pinenen

Im Vergleich zu Cannabis indica haben Sativa-Sorten einen höheren THC-Gehalt und viel weniger CBD. Sie sind im Allgemeinen viel aufhellender und „feierlicher“ als ihre Indica-Schwestern. Sie sind besonders nützlich bei Müdigkeit, Depressionen und vielen anderen Zuständen. Ihre beflügelnde Wirkung könnte eine direkte Folge ihrer hohen THC-Werte sein – aber ebenso wie THC enthalten Sativas Terpene, die mit THC interagieren, um noch stimulierendere Effekte zu erzeugen, darunter Limonen und Pinen.

Ruderalis: Wenige Cannabinoide, Duftende Terpene

Ruderalis-Sorten haben oft höhere CBD-Werte und sehr wenig THC im Vergleich zu ihren südlicheren Schwestern. Aber insgesamt haben sie keine hohen Cannabinoide und haben vielleicht keinen sehr angenehmen Geschmack! Sie enthalten jedoch relativ hohe Gehalte an Myrcen und Caryophyllen, zwei duftenden, blumig riechenden Terpenen.

Cannabis Cannabinoide Mindmap

Eine Letzte Sache Noch…

In der Branche herrscht große Verwirrung um die Namen für Sativa, Indica und Ruderalis. Dies wird den meisten Verbrauchern wahrscheinlich keinen großen Unterschied machen. Aber es ist immer gut, auf dem neuesten Stand der Forschung zu bleiben.

Laut einer wichtigen aktuellen taxonomischen Analyse sollte der in Indien gefundene Typ eher Cannabis indica als Cannabis sativa genannt werden. Cannabis indica sollte Cannabis afghanica genannt werden, um beide Herkunftsländer korrekt widerzuspiegeln.

Schließlich, was wir jetzt Cannabis ruderalis nennen, sollte Cannabis sativa genannt werden. „Sativa“ bedeutet auf lateinisch „kultiviert“ und es ist sehr wahrscheinlich, dass die meisten Hanfpopulationen, die in Europa und Asien wild vorkommen, von Kulturpflanzen stammen.


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